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Willkommen in Neutraubling
Neutraubling aus der Vogelperspektive

Offizielle Einweihung mit Segnung des Haid Parks

23.09.2019 Die grüne Oase an der Haidauer Straße wurde feierlich ihrer Bestimmung übergeben

Mit dem Haid Park ist ein weiteres großes Stück Lebensqualität für den Menschen und Lebensraum für die Natur in Neutraubling entstanden. Seit der Eröffnung der Parklandschaft im Mai vergangenen Jahres konnte inzwischen der zweite Bauabschnitt fertig gestellt werden. Das gesamte Areal wurde nun im Rahmen einer kleinen Feier offiziell eingeweiht und gesegnet. Und das Wetter hätte an diesem Spätsommerwochenende besser nicht sein können. Bei strahlendem Sonnenschein konnte Bürgermeister Heinz Kiechle an diesem Sonntagnachmittag zahlreiche Besucher im Haid Park begrüßen:

„Liebe Besucher,

heute ist ein schöner Tag! Nicht nur, weil die Sonne über uns strahlt - es ist ein bedeutsamer Tag für unsere Stadt! Einst als Flüchtlingsgemeinde belächelt, als Industriestandort ob ihrer Arbeitsplätze beneidet, als Schulstadt mit vielen Betreuungseinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten geschätzt, können wir Neutraublinger heute ein neues Kapitel in unserer jungen Geschichte aufschlagen: Wir eröffnen einen Park!

Das klingt heute angesichts der Klimaprobleme nicht mehr spektakulär. Dabei waren die Anfänge gar nicht so leicht, diesen für mich persönlich lange verfolgten Traum zu verwirklichen. Braucht Birkenfeld einen Park, fragte vor ein paar Jahren ein Artikel spöttisch im Neutraublinger Anzeiger. Nein, Birkenfeld, die Gärtnersiedlung, Baugebiet Heising, die Junghanssiedlung nicht – Die Bürgerinnen und Bürger von Neutraubling brauchen einen Park! Nur hier, nahe der dichten Wohnbebauung der Kepler- u. Max-Planck- Str. stand noch eine so große, unverbaute Fläche zur Verfügung, insg. 7,5 ha umfasst das ganze Gebiet, ca. 6,5 ha davon sind jetzt angelegt, das allein ist 3x so groß wie die Fläche des Stadtgartens im Ortsinneren. Ein Dank den Landwirten, die den Grund zur Verfügung stellten, Wohnbebauung wäre finanziell natürlich attraktiver gewesen.

Die Bürger waren sich bei Beteiligungsveranstaltungen einig, dass es Park werden sollte mit hohem Grünanteil. Spielflächen und Wasserflächen haben wir in und um unserer Stadt genug. Nach einem Europa weiten Wettbewerb wurde das Konzept des Architekten Wirzmüller umgesetzt. Zunächst mussten wir die Hinterlassenschaft des Krieges, eine dauernde Gefahr für Mensch und Umwelt beseitigen, fast eine Tonne Bomben, Waffen und Munition. Dann schafften umfangreiche Erdbewegungen und die Pflanzung  von ca. 50.000 Gehölzen, Bäumen, Stauden und Zierpflanzen diese grüne Oase von hohem Erholungswert: Blumenbeete an den Rändern, Baumgruppen, Pfade zum Spazierengehen und Joggen schlängeln sich durch das Grün, große Wiesenflächen umgeben von vielen Sitzbänken laden ein, eine Pause einzulegen und die Landschaft in Ruhe zu genießen. Viele Menschen tun dies von morgens bis abends an jeden Tag. Als wichtiges Zubehör gibt es öffentliche WCs und einen kleinen Kiosk mit Küche, mit der sich kleinere Veranstaltungen organisieren lassen.

Dabei wird ein Park nie fertig. Die Natur verändert ihn jeden Tag, die ca. 300 Großbäume werden ihren Schatten erst in vielen Jahren werfen. Das ist ungewohnt in unserer modernen Welt, in der wir doch alles am liebsten gleich und möglichst billig haben wollen.

Ungewohnt ist vielen auch, dass wir bei der Anlage der Waldflächen den selbst wuchernden Bodenbewuchs nicht entfernen. Dieser schützt den Boden und für die Natur und Tiere gibt es kein Unkraut. Den Begriff kennt nur der Mensch. Dabei gewinnen wir scheinbar erst in den letzten Jahren die Einsicht, wie wichtig alle Pflanzen für die Tierwelt und den Klimaschutz sind. Merke: „Gschlampert“ bedeutet hier Artenvielfalt! Die heute beliebten Schottergärten helfen der Natur gar nicht!

Zuletzt gilt es Dank zu sagen:

Den Mitgliedern des Stadtrates, die letztlich diese große Maßnahme verantworten. Den Landwirten für den Grund, dem Unternehmen Krones, die den Park als Ausgleichsfläche für ihre Baumaßnahmen finanziell unterstützte. Der Fa. Fußboden Schmid für ihre Baumspenden, dem Warenhaus Globus für ihre Spende des Biergartenzubehörs und der aktiven Mitarbeit, den beteiligten Baufirmen, und nicht zuletzt meinen engagierten Mitarbeitern in Verwaltung und Bauhof.

Ihnen allen danke ich für die verantwortungsvolle Nutzung des Parks, Ihre Ermunterung bei der Umsetzung und für Ihr geduldiges Zuhören. Möge der Haid Park uns, unseren Kindern und vielen nächsten Generationen Freude, Erholung und Gesundheit schenken!“


Die Segnung nahmen Pfarrerin Ingrid Koschnitzke (ev.) und Pfarrvikar Pascal Olivier Angue (kath.) gemeinsam vor. Nachfolgend ein Auszug der Ansprache, welche Pfarrerin Koschnitzke an die Besucher richtete:

„Ein Mann beobachtet in der Wüste einen Beduinen. Immer wieder legt der sich der Länge nach auf den Boden und drückt sein Ohr in den Wüstensand. Verwundert fragt der Mann: Was machst du da eigentlich? Der Beduine richtet sich auf und sagt: Freund, ich höre, wie die Wüste weint: Sie möchte ein Garten sein.

Liebe Freundinnen und Freunde des neuen Haid-Parks, nicht nur die Wüste träumt davon, ein Garten zu sein. Auch Menschen träumen vom Garten, sehnen sich nach Sonne und Pflege, würden gerne blühen wie Sommerblumen, duften wie Rosen, aufrecht stehen wie ein Baum, Früchte tragen wie ein Strauch. Und wenn sich auch nicht jeder nach der Gartenarbeit sehnt, jeder Mensch braucht die Natur, sonst kann er nicht gesund bleiben. Nicht umsonst verlegt die Bibel die Erschaffung des Menschen in einen Garten, in einen Park. Sie sagt damit: Wir Menschen kommen aus einem Garten, einem geschützten, umfriedeten guten Ort in der Natur. Dort können wir ganz Mensch sein.

Deshalb ist es wichtig, dass es in unseren Städten und Orten Grün gibt. Und für die Menschen, die zuhause keinen Garten haben, wo ihre Seele zu sich findet, für die sind öffentliche Gärten und Parks wichtig. Und wenn es nur so ist, dass man auf dem Weg zum Einkaufen, zur Schule oder zur Arbeit durch eine kleine grüne Oase läuft.

Deshalb ist es sehr klug von der Stadt Neutraubling, für öffentliches Grün Geld auszugeben. Sie tragen damit erheblich zur Lebensqualität der Menschen und zu einem guten Miteinander bei. Dass Menschen glücklicher sind in einer von Grün durchzogenen Stadt als in einer Betonwüste, erschließt sich von selbst.

Mögen viele Menschen hierherkommen, hier durchspazieren, hier sitzen, spielen, einfach da sein und für eine Weile im Grünen sein. Es ist zwar nicht das Paradies, aber es ist ein guter Ort … Amen.“


Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Moosgrab'ntaler Musikanten. Abschließend wurde der neue Grill, welchen das Globus Warenhaus neben dem Biergartenzubehör gestiftet hatte, eingeweiht. Die Grillmeister der Fußballabteilung des TSV boten Bratwurst-/Käsesemmeln und Getränke zum Verkauf an. Gut verpflegt genossen Jung und Alt dann noch den Restnachmittag im Grünen.


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Kategorien: Städtische Veranstaltungen

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