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Willkommen in Neutraubling
Neutraubling aus der Vogelperspektive

Neutraubling: Eine unternehmensfreudige Stadt

04.03.2019 Zum diesjährigen Stadtempfang folgten zahlreiche Gäste aus allen Bereichen des Neutraublinger Lebens der Einladung des Bürgermeisters.

Über 200 geladene Vertreter aus Vereinen, Ehrenamt, Öffentlichen Einrichtungen und Behörden, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kirche, Wirtschaft und Politik nahmen an diesem Freitagabend an dem Empfang der Stadt teil. Mit Handschlag begrüßte Bürgermeister Heinz Kiechle jeden Gast persönlich. Auch heuer war es ihm für die Stadt wichtig, engagierten Menschen mit der Einladung zu diesem Abend zu danken und wichtige Ereignisse im Stadtleben anzusprechen.

Eröffnet und musikalisch umrahmt wurde der Empfang durch das Kammerorchester der Städt. Sing- und Musikschule Neutraubling unter der Leitung von Hong Shen. Mit zwei Stücken von Georg Friedrich Händel und einem von Johannes Brahms sorgte das Orchester bei dem begeisterten Publikum reihum für Gänsehaut.


Anschließend richtete der Bürgermeister das Wort an seine Gäste:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

ich hoffe ich darf Sie nach dem Erlass der Datenschutzgrundverordnung noch mit Ihrem Namen ansprechen? Doch genau dafür sind wir doch hier, um Kontakte zu knüpfen und uns gegenseitig auszutauschen. Der Frauenanteil in diesem Raum dürfte heuer etwas höher sein. Schließlich wollen auch wir dem 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts besondere Bedeutung beimessen. Morgen genau vor einem Jahr durfte ich Sie zu unserem Stadtempfang begrüßen, ein Jahr ist gar nichts sagen meine 90 jährigen Jubilare. Und doch – wie schnell verändert sich die Welt!

So hoch die Fieberkurve des Weltklimas steigt, so stark kühlen die Beziehungen zwischen ehemals befreundeten Nationen ab. Europa bräuchte bald eine Paartherapie, weil die größten Errungenschaften der EU, Friede, Freiheit und steigernder Wohlstand, die Ehe immer mehr zerrütten. Wir Bürger könnten bei der anstehenden Europawahl mit einer großen Beteiligung ein deutliches Zeichen für diese Wirtschafts- und Wertegemeinschaft setzen. Menschen- und Völkerrechte, einst anerkannte Güter zumindest in der freien Welt, geraten immer mehr unter die Räder. Begriffe, die man längst in der Mottenkiste der Weltgeschichte glaubte, haben wieder Konjunktur: Ausgrenzung, Mauern, Zölle, Boykott, Nachrüstung, Beeinflussung der Massen mittels schamloser Lügen im Internet fördern die Desinformation großer Teile der Bevölkerung auch in Ländern mit hohen Bildungsniveau.

Die Folgen beginnen sich abzuzeichnen. Die Weltwirtschaft zeigt erste Schleifspuren, die Erholung in so manchen europäischen Ländern wird abgewürgt und unser Land, das  über viele Jahre nur wirtschaftliches Wachstum, höchste Beschäftigtenzahlen und sprudelnde Steuereinnahmen kannte, muss wohl erst noch erkennen, dass es nicht ständig soziale Wohltaten auf Kosten der nächsten Generation versprechen kann.

Positive Prognosen für die Zukunft fallen mir da schwer. Aber Bange machen gilt nicht. Wir können nur vor der eigenen Haustüre kehren und unsere Aufgaben für die Menschen in unserer Stadt und in der Region erledigen. Der Ausblick hier ist doch ganz erfreulich.

Wirtschaft: Unsere Unternehmen in Industrie, Handel, Handwerk investieren weiterhin. Beispiele können Sie in der Troppauer Str. bei der Fa. Guido, in der Borsigstraße bei Krones oder im Gewerbegebiet an der Autobahn wachsen sehen. Die Leistungen aller unserer Betriebe und ihrer Mitarbeiter ist beeindruckend. Eine Zahl: Innerhalb des vergangenen Jahres ist die Zahl der Arbeitsplätze um 800 (!) auf jetzt 15.000 gewachsen, stärker noch als die Einwohnerzahl um ca. 120 auf jetzt 14.500. 

Eine wichtige Aufgabe der Stadt: Bauen und bauen lassen! Stadtrat und Verwaltung haben 5 Bebauungspläne und 78 Bauanträge von Firmen und Privatpersonen bearbeitet. Wohnen ist weit gediehen im Norden, für Wohnen und Gewerbe hat auch die Stadt hier Flächen erworben und einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Im Süden läuft die Erschließung für ca. 130 Wohneinheiten der VMAX Familienstiftung die Planung für ca. ebenso viele weitere hat begonnen.

Zum Bauen gehören natürlich auch Verkehrswege. Der Ausbau der A 3 betrifft die Neutraublinger in 2019 mit dem Ausbau auf sechs Fahrspuren und der Errichtung des Lärmschutzes zwischen der Anschlussstelle Neutraubling und dem Bauende östlich der Anschlussstelle Rosenhof. Im November dann beginnt die Errichtung einer Behelfsbrücke in Vorbereitung auf den Neubau der Autobahnüberführung der Staatsstraße 2145 zwischen Barbing und Neutraubling, welche in 2020 abgebrochen wird. An den Verbesserungen der Knoten Südumgehung/Staatsstraße und Ostumgehung/B 8 z. B. sind wir planerisch oder mindestens finanziell beteiligt. Der Stich von der geplanten Umfahrung Niedertraublings auf unsere Südumgehung braucht noch eine sorgfältige Prüfung. Unser Industriegleis steigert seine Waggonzahlen in 2018 auf ca. 4.000. Innerorts wollen wir heuer neue Geh- und Radwege umsetzen. Es gibt sogar Hoffnung auf einen neuen Radweg von der Gärtnersiedlung in Richtung Regensburg!

Wer Verkehr fördert, muss dies auch in die Umwelt investieren. Im Sommer eröffnen wir den 2. Abschnitt des Haid Parks und verwirklichen in der Stadt Ausgleichsflächen. Zum Umweltschutz gehört auch unsere Planung von einem Fernwärmenetz mit der REWAG oder das von uns gesponserte Innenstadtticket. 19.772 Busfahrgäste nutzten es in 2018. Zum Vergleich: In 2017 wurden 14.870 Karten verkauft. Wir schaffen wie in den Vorjahren Streuobstwiesen und Blühflächen. Hier waren wir der Biene Maja einen Schritt voraus … wenn mindestens die Unterzeichner des Volksbegehrens, am besten alle Bürger, da mitmachen … Flächen entsiegeln, Schotterflächen beseitigen und Thujenhecken gegen Blühsträucher tauschen, dann wird unsere Stadt zum Geheimtipp für Bienen und Vögel …

Den Löwenanteil unserer Steuern investieren wir in Bildung und Betreuung. Zum neuen Schuljahr eröffnen wir nach Zeitplan unsere Grundschule mit neuem Hort und Ganztagsbereich, danach das Kulturhaus mit Musikschule, Theater und Bücherei. Neben diesem Großprojekt wirkt die Erweiterung der Kinderkrippe Moby Dick (Eröffnung Herbst) schon wie eine Kleinigkeit, was sie finanziell nicht ist.

Das nächste Großprojekt Hallenbad für Bürger aller Altersgruppen könnte evtl. schon dieses Jahr in Bau gehen. Unsere Schulen, auch die des Landkreises warten schon ungeduldig. Dafür, dass Hallenbäder dem Staat ein so großes Anliegen sind, wirkt die finanzielle Förderung von ca. 10 bis 15 % schon etwas unglaubwürdig.

Freuen dürfen wir uns schon bald auf die Eröffnung der Volkshochschule des Landkreises im fein restaurierten Klosterbau der VMAX Familienstiftung. Zum 100. Jubiläum der Volkshochschulbewegung in Deutschland ein schönes Geschenk für bildungshungrige Bürger.

Sie sehen an dieser nicht einmal vollständigen Aufzeichnung, dass wir in einer unternehmensfreudigen Stadt leben dürfen. Allen, daran mitwirken, möchte ich auch namens des Stadtrates herzlich danken.

Was wäre unser Neutraubling ohne die besonderen Menschen, die sich, alt oder jung, ehrenamtlich für andere engagieren in den Vereinen, als Grünpaten oder in den sozialen Initiativen wie der Bürgerhilfe, Tafel und Kleiderkammer? Oft geschieht Hilfe ganz im Privaten, im Verborgenen. Wie z.B. durch „Barber Angel“ Uwe Pichl. Unsere Ehrenamtlichen kümmern sich darum, dass bei allem nötigen Fortschritt das Menschliche nicht zu kurz kommt, dass unsere Stadt Heimat werden kann.

Dann haben wir Menschen, deren Leistung einzeln oder in Gruppen, erstaunt … Beachtliche Rope Skipperinnen bei der WM in Shanghai oder Wolfgang Seidl, der den Kilimandscharo mit eisernem Willen bezwungen hat.

Bevor ich Sie alle in viele interessante Gespräche entlasse, werfen Sie einen Blick auf unsere Faschingsdeko. In der 5. Jahreszeit regiert der Fasching, bei uns die Saturnalia. Denken Sie daran:

„Gott hat uns das Gesicht geschenkt. Lächeln müssen wir selber.“ (Irland)“


An den offiziellen Teil knüpfte sich ein Stehempfang mit Imbiss an. Hier hatten alle Gäste die Gelegenheit, alte Bekanntschaften zu pflegen oder neue Kontakte zu knüpfen. Es entstand ein reger Austausch weit in den Abend hinein.

Ab 11. März sind Sie zu den Öffnungszeiten des Rathauses herzlich dazu eingeladen, eine kleine Bilderauswahl mit Eindrücken des Abends von Foto Graggo im Foyer des Rathauses zu besichtigen!


Bildergalerie


Kategorien: Städtische Veranstaltungen, Rathaus

Stadtempfang 2019 - Bildnachweis: Foto Graggo