IMG_0952.JPG
Willkommen in Neutraubling
Neutraubling aus der Vogelperspektive

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

28.10.2019 Zu diesem Thema lud der Familienstützpunkt Neutraubling kürzlich zu einem Vortrag ein.

Dieser wurde in Kooperation mit dem Gesundheitsamt, der Kinder- und Jugendpsychiatrie Regensburg und der AOK durchgeführt. Die Referentin Frau Tanja Schmidt arbeitet als Dipl. Psychologin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie und begleitet schon viele Jahre Kinder und Jugendliche, die an einer Depression erkrankt sind.

Einige interessierte Erzieher, Lehrkräfte und Eltern lauschten den Ausführungen von Frau Schmidt. Der Vortrag begann mit der Häufigkeit von Depressionen im Kinder- und Jugendalter, daraufhin folgte eine ausführliche Beschreibung der Symptomatik, die altersspezifisch erläutert wurde und die unterschiedlichen Klassifikationen der Depression. Frau Schmidt stellte dar, wie die Diagnostik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie abläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Kinder und Jugendliche nicht ohne ihre Erziehungsberechtigten behandelt werden dürfen. Medikamente werden bei Kindern und Jugendlichen nur nach einer gewissenhaften Nutzen-Risiko Einschätzung verschrieben und auch nur bei schweren Verläufen der Depression. Großteils versucht man die Behandlung ohne Medikamente, da auch nur sehr wenige Antidepressiva für Kinder und Jugendlichen zugelassen sind.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Es gibt die Möglichkeit der Einzel- oder Gruppentherapie, den Besuch der Tagklinik oder in schweren Fällen eine stationäre Behandlung an der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Auch pädagogische Begleitung durch das Jugendamt ist möglich. In manchen Fällen kann auch eine Familientherapie notwendig sein. Zum Erfolg der Behandlung tragen immer der Wille des Patienten und das Engagement der Eltern bei. Frau Schmidt betonte besonders, dass man auch bei geäußerten Suizidgedanken immer reagieren sollte. Die teils kursierende Meinung, dass jemand der äußert, dass er sich umbringt, dies nicht tut, stimmt nicht. Bei Suizidgefahr ist immer eine Fachstelle zu kontaktieren!

Während des gesamten Vortrags stellten die Teilnehmer immer wieder Fragen, auf die Frau Schmidt kompetent einging. Zum Ende des Abends wurde noch eine Reihe von Beratungsstellen und Hilfsangeboten zur Depression vorgestellt. Ein Beispiel hierfür ist z. B. die niederschwellige anonyme Beratungsmöglichkeit für Jugendliche „Kopf hoch“, Telefon 0800 545 8668.


 

Kategorien: Kinder und Jugendliche

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen